UNESCO-Weltkulturerbe: Eine Seilbahn im Bergpark ist ein Spiel mit dem Feuer
UNESCO-Weltkulturerbe: Eine Seilbahn im Bergpark ist ein Spiel mit dem FeuerPressemitteilung Förderverein Neue Herkulesbahn Kassel e.V. vom 22.09.25
„Eine Seilbahn zum Herkules gefährdet den UNESCO-Welterbetitel und verschärft die Verkehrsprobleme im Bergpark Wilhelmshöhe“, warnt der Vorsitzende des Fördervereins Neue Herkulesbahn, Reiner Borchert. Sie wäre nichts weiter als eine zusätzliche Touristenattraktion, die noch mehr Individualverkehr in den Bergpark und den Kurbezirk Bad Wilhelmshöhe bringt.
Eigentlich wissen alle Beteiligten, dass eine Seilbahn durch die Puffer- und Kernzone des Welterbes einen erheblichen Eingriff in die Authentizität des Welterbes bedeuten würde und unweigerlich die Aberkennung des Titels durch die UNESCO zur Folge hätte.
„Die alle zehn Jahre aufgewärmte Idee einer Seilbahn macht alles zunichte, was im gemeinsamen Zusammenwirken von Stadt Kassel und Land Hessen über viele Jahre aufgebaut wurde“, so Borchert.
Die UNESCO hat erst einmal ein Welterbe aberkannt; doch während Dresden, das „Elb-Florenz“, es sich leisten konnte, angesichts von 4,6 Mio Übernachtungen im vergangenen Jahr als Folge eines Brückenprojekts auf den Welterbetitel zu verzichten, hat Kassel touristisch national und international an Renommee enorm gewonnen. Für den Welterbe-Tourismus wäre die Aberkennung eine Katastrophe und würde dem Image Kassels schweren Schaden zufügen.
„Eine Seilbahn ist keine Alternative zu einer Tram durch das Druseltal zum Herkules“,
so Borchert weiter. Werde die Linie 4 bis zum Wahrzeichen Kassels verlängert, entfiele das lästige Umsteigen in einen Bus, der selbst oft im Stau steht, und es bestünde eine direkte ÖPNV-Verbindung zur Innenstadt, die keine Seilbahn bieten kann.
Mehr umweltfreundliche Mobilität, die dem Welterbe wirklich dient und es dauerhaft und nachhaltig schützt, ist nur durch den Ausbau des leistungsfähigsten ÖPNV-Verkehrsmittels zu haben – und das ist in Kassel die Straßenbahn.
Sie besäße, eingebunden in ein Gesamtverkehrskonzept, das größte Potenzial, heimische und auswärtige Bergparkbesucher in großer Zahl zu veranlassen, bei der Fahrt zum Herkules auf das eigene Auto zu verzichten.
Die Seilbahnbefürworter bewirken genau das Gegenteil: Man fährt mit dem eigenen Auto zum Parkplatz Ochsenallee, um von dort Seilbahn zu fahren.
Der Ausbau der Straßenbahn und die Erarbeitung eines überzeugenden Verkehrskonzepts mit dem klaren Ziel einer Verlagerung von Individualverkehr auf den ÖPNV sorge dafür, dass überregionale Medien, frustrierte Bergparkbesucher und Touristikfachleute nicht mehr über die Parkplatzprobleme bei Wasserspielen berichten, sondern über das, was im Zentrum des öffentlichen Interesses stehen sollte: der entspannte Genuss des weltweit einzigartigen Parkensembles.
„Ein entspannter Städtereisender und Besucher des Kasseler Welterbes, der auch dank eines hervorragend ausgebauten ÖPNV Zeit und Muße hat, den Bergpark in all seinen Facetten zu erleben und zu genießen, trägt mehr zur touristischen Wertschöpfung bei als ein Autofahrer, der bei der Parkplatzsuche bereits viel Nerven gelassen hat“, so der Vorsitzende des Fördervereins.






