Emotionales Herz der Verkehrswende
Veranstaltung zur „Neuen Herkulesbahn“ stieß auf breites Interesse
Der „Förderverein Neue Herkulesbahn“ hatte fünf politische Fraktionen in den Gemeindepavillon der Christuskirche eingeladen, um ihre Positionen zur Streckenverlängerung der Linie 4 („Neue Herkulesbahn“) öffentlich zu vertreten.
Die gut 75 Interessierten erlebten einen spannenden Abend mit durchgehend sachlicher Information und Diskussion zu einem verkehrspolitischen Thema. Mit der breiten Einbeziehung von Meinungen und Fragen des Publikums entstand ein lebendiger Ort kommunaler Demokratie im Vorfeld des 15. März.
In seiner Begrüßung stellte Vorstandsmitglied Wolfgang Schwerdtfeger fest, dass nach fast 25 Jahren mit viel Stagnation, Geduldsproben und wohlklingenden Absichtserklärungen – zuletzt im „Jamaika“-Koalitionsvertrag – seit September 2025 mit Feststellung der grundsätzlichen Förderfähigkeit (bis zu 85% der Investitionen) ein wichtiger Meilenstein erreicht sei. Dies sei zwar „für die Befürworter des Projektes Anlass zu vorsichtigem Optimismus, aber längst kein Durchbruch“.
In der Diskussion – kundig moderiert durch den Journalisten Jörg Steinbach – zeigte sich, dass teilweise noch erheblicher Informationsbedarf besteht – nicht nur im Publikum, sondern auch seitens einiger der Parteienvertreter.
Ein Redebeitrag betonte die Dringlichkeit der dringend gebotenen Verkehrswende, deren „emotionales Herzstück“ die Reaktivierung der Herkulesbahn sein könne.
Weitgehend Konsens bestand auf dem Podium und im Publikum zu den folgenden Feststellungen:
- Die Verlängerung der Linie 4 wäre als umsteigefreie Verbindung zum Herkules nicht nur gut für den Tourismus sondern ganzjährig für ganz Kassel, um bequem, zügig und barrierefrei in „ihren“ Park und Habichtswald zu gelangen.
- Die (überwiegend von CDU und FDP geäußerte) Seilbahn-Fantasie sei nicht zielführend, da weder verkehrspolitisch sinnvoll, nicht umsteigefrei, ohne Bezug zum KVG-Netz und vor allem kaum „UNESCO-kompatibel“.
- Aufgabe der künftigen Stadtverordnetenversammlung sei es, Magistrat und KVG zügig mit der Detailplanung zu beauftragen, um auf konkreten Grundlagen und nach Förderzusagen die endgültige Entscheidung treffen zu können.
Abschließend stellte der Vereinsvorsitzende Borchert fest: „Der Klimawandel wartet nicht. — Wenn nicht jetzt, wann dann?“
Bei Getränken und weiter führenden Gesprächen klang ein gelungener Abend aus.
Wolfgang Schwerdtfeger
- stv. Vorsitzender -











